Norwegen 01.07. – 15.07.26
Von Vennesla nach Evje | 🌤
01. Juli 26
- Vennesla
- Wanderung in Vennesla – Tømmerrenna (Flößerrinne)
- Evje
Um die gefällten Holzstämme aus der Telemark durch ein unberechenbares Flussstück der Otra zu transportieren, wurden über 2500 Holzböcke und durch Felstunnel, über Schluchten und quer über die Otra eine Flößerrinne gebaut. Ein ingenieurtechnisches Meisterwerk und die längste Holzrutsche ihrer Art in Norwegen. Heute kann man ca. 4 km von Steinsfossen bis Beihølen durch die Tømmerrenna Holzrinne laufen. Am Einstieg befindet sich der Steinsfossen, der zurzeit kein Wasser führt. Die Rinne führt durch abwechslungsreiches Gelände. Wir überqueren die Otra über zwei Hängebrücken und kommen zu einem Tunnel. In gebückter Haltung passieren wir den stockdunklen feuchten Tunnel. Am Ende erreichen wir den Staudamm am See Beiehølen. Wir blicken auf die urgewaltige Kraft des Wassers, das sich aus dem angestauten See in die unter uns liegende Klamm ergießt. Nun gehen wir zurück und genießen den Blick auf die Stromschnellen. Dabei machen wir noch einen Abstecher zum Paulefossen und zu den Überresten des Kraftwerks Kringsjå und zum Paulen gård, der jetzt den lokalen Pfadfindern gehört. Neben der Rutsche rumpelt die historische Setesdalsbanen. Anschließend fahren wir von unserem südlichsten Punkt dieser Reise in Richtung Norden auf der Straße 9 bis Evje. Wir parken in einem Industriegebiet mit Blick auf die Otra und eine Schleuse. Daneben befindet sich ein Gräberfeld aus der Eisenzeit mit einem Königshügel.
Wanderung am 2026-07-01 in Vennesla 🚶♂️
Von Evje nach Grendi | 🌧
02. Juli 26
- Evje
- Grendi
Der angesagte Regen erreicht uns am Morgen. Um uns die Zeit zu vertreiben, gehen wir in den Ort und machen eine Einkaufsbummel. Gegen Mittag lässt der Regen nach und wir gehen hinunter zur Staumauer, bevor wir ein Stück weiter fahren. Am Syrtveitfossane beobachten wir eine Gruppe beim Rafting. Direkt am Byglandsfjorden, der zum Wasserlauf der Otra gehört, finden wir einen schönen Stellplatz für die Nacht.
Von Grendi nach Rysstad | ⛅️
03. Juli 26
- Grendi
- Wanderung zum Ørnenapen
- Rysstad
In der Nacht hat es gestürmt und uns kräftig durchgeschüttelt. Ob wir die heutige Wanderung unternehmen können? Wir fahren weiter durch das Dorf Lauvdal und zum Parkplatz an der gerodeten Fläche, wie uns beschrieben wurde. Beim Einstieg zur Wanderung zum Ørnenapen ist die Beschriftung gut zu erkennen. Auf einem gut sichtbaren Waldweg steigen wir kräftig bergan immer weiter nach oben. Stellenweise öffnet sich der Blick von einigen felsigen Flächen über den Byglandsfjord. Nach etwa einer Stunde erreichen wir den Ørnenapen auf ca. 350 m Höhe. Die markante Trollzunge des Setesdalen ragt schwindelerregend über dem steilen Abgrund. Hier zu stehen ist wie von einem Logenplatz die Naturkulisse zu genießen. Die Bauernhöfe liegen wie in einer Miniaturwelt unter uns und die Straße Rv 9 schlängelt sich durch das Tal. Der Blick geht weit über den Byglandsfjord mit seinen kleinen Inseln und bewaldeten Ufern – eine faszinierende Landschaft. Nach dieser kleinen Wanderung fahren wir weiter auf der Rv 9, den Setesdalsvegen, der Hauptverkehrsachse durch das Setesdal in Südnorwegen, die von Haukeli im Norden bis nach Kristiansand immer entlang des Flusses Otra verläuft. Da wir dringend entsorgen müssen, fahren wir noch bis Valle, wo wir auch noch einmal die Gelegenheit einer heißen Dusche nutzen. Wir fahren anschließend wieder ca. 17 km zurück und halten kurz an einem Rastplatz mit Badestelle und einen kleinen Wasserfall. Anschließend biegen wir auf den Suleskardveien auch Suleskarvegen ab, eine spektakuläre norwegische Hochgebirgsstraße, die Teil des Fylkesvei 450 ist. Der Suleskarvegen, die höchste Straßenverbindung im Südwesten Norwegens führt von Suleskar in Sirdal nach Brokke in Setesdal und weiter über die Berge nach Dalen in Telemark und nach Høydalsmo, wo sie auf Haukelivegen E134 trifft. Auf dem Parkplatz einer Skistation parken wir für die Nacht.
Wanderung am 2026-07-03 zum Ørnenapen 🚶♂️
Von Rysstad nach Oltedal | ⛅️
04. Juli 26
- Rysstad
- Wanderung zum Wasserfall Månafossen
- Oltedal
Wir fahren heute weiter auf dem Suleskarvegen. Die Straße schlängelt sich zwischen Fjorden und Bergen hindurch entlang hoher Bergkämme. Vom Magazin „Bike“ wurde sie nicht umsonst als „eine der besten Motorradstrecken Norwegens“ ausgezeichnet. Man könnte überall Fotos schießen. Wir erreichen 1050 Höhenmeter. In der Nähe von Sinnes kommen wir durch das Hunnedalen. Die Strecke wird immer beeindruckender. Dann biegen wir auf eine kleine Straße Rv 281 ab, fahren durch den Frafjordtunnel und parken am Parkplatz Eikeskog. Von hier führt ein etwa 500 m langer steiler Weg, der mit Ketten und Treppen gesichert ist, hinauf zum höchsten Wasserfall Rogalans. Mit 92 m freiem Fall stürzt der Månafossen hinunter und ist damit der neuntgrößte Wasserfall Norwegens. Wir steigen noch weiter hinauf durch das Måndalen zur historischen Alm Mån. Danach setzen wir unsere Fahrt fort auf der Rv 450 und suchen uns hinter Dirdal einen kleinen Parkplatz für die Nacht.
Wanderung am 2026-07-04 zum Wasserfall Månafossen 🚶♂️
Von Oltedal nach Oanes | ⛅️
05. Juli 26
- Oltedal
- Wanderung zum Storaberget
- Fähre von Lauvvik nach Oanes
- Oanes
Heute fahren wir ein Stück in Richtung Sandenes, biegen jedoch vorher ab auf die Rv 516 in Richtung Hommersåk. In Hogstad folgen wir der Beschilderung bis zum Wegweiser Nr. 400-416. Die Grundstückseigentümer haben freundlicherweise die Erlaubnis erteilt, auf dem Hof zu parken. Hier starten wir zur Wanderung auf den Storaberget. Die Route ist gut gekennzeichnet mit roten Punkten, die schnell zu finden sind. Wir folgen dem Karrenweg bis zum Wasserwerk von Grinda aus den Kriegstagen. Der Wasserbedarf der Deutschen konnte von Sandenes nicht gedeckt werden, so dass man ein eigenes Wasserwerk baute, mit einer Kapazität von 800.000 Kubikmeter pro Jahr. Das Steingebäude, in dem das Wasser zur Alkalisierung über Marmor floss, können wir heute noch sehen. Weiter oben erreichen wir den Grinavatnet, an dessen Ufern es weiter bergauf geht. Zum Teil über Felsplatten erreichen wir den Gipfel mit der Steinpyramide auf 342 m Höhe. Den grandiosen Panoramablick bis weit aufs Meer und zur Ryfylke, können wir nur kurz genießen, da uns der heftige Wind fast weggeweht. Nach ca. 3 Stunden sind wir wieder am Ausgangspunkt und fahren zur Fähre Lauvvik-Oanes, wo wir übersetzen und am Fähranleger Oanes für die Nacht parken.
Wanderung am 2026-07-05 zum Storaberget 🚶♂️
Von Oanes nach Jøssang | ⛅️
06. Juli 26
- Oanes
- Wanderung zum Hatten
- Jøssang
Am Morgen fahren wir über die Brücke nach Forsand, wo wir beim Joker Brot kaufen und Wasser auffüllen. Für heute haben wir uns die Wanderung auf den Hatten, norwegisch für Hut entschieden, da das Wetter unbeständiger werden soll. Eine absolute „ Must-have-made“ Tour in der Region Jørpeland, wenn man den Lyseford von oben bestaunen möchte, und man den Touristenmassen am Preikestolen ausweichen möchte. Wir fahren ein Stück auf der Landschaftsroute Ryfylke und stoppen am Aussichtspunkt Høllesli mit herrlichem Blick auf den Lysefjorden. Auf dem Parkplatz „The Bolder“ parken wir, wo ein Wanderschild zum Hatten steht. Zunächst nehmen wir den Lysefjord-Panoramaweg, eine atemberaubende, anspruchsvolle Wanderung entlang der Fjordklippen mit spektakulären Aussichten auf Schluchten und den Lysefjorden. Es gibt steile Passagen, Leitern und felsige Abschnitte, auf denen wir auf allen Vieren klettern müssen. Wir passieren die Aussichtspunkte Herstona, Skjerafjellet und Høgefjell. Dann kommen wir zum Abzweig auf den Hatten. Das Terrain wird felsig und noch ein Anstieg und wir erreichen den Gipfel. Für den Rückweg nehmen wir den Weg zum Botsheia. Dies ist eine einfachere Strecke als die Runde auf der Vorderseite. Der Weg führt zunächst über ein Plateau aus Felsplatten, dann wird es etwas steiler durch lichten Kiefernwald. Schon bald erreichen wir die Straße, die wir bis zu unserem Parkplatz zurücklaufen. Anschließend fahren wir ca. 7 km weiter zum Parkplatz Jørpeland am Ryfylkevegen.
Wanderung am 2026-07-06 zum Hatten 🚶♂️
Von Jøssang nach Songesand | 🌦
07. Juli 26
- Jøssang
- Songesand
Am Morgen beginnt es leicht zu regnen. Wir nutzten den Tag, um in Jørpeland unsere Vorräte aufzufüllen. Dann fahren wir weiter auf der Landschaftsroute Ryfylke bis Årdal. Hier biegen wir auf die Fylkesvei 661 ab. Die Landschaft des windgepeitschten Lyngsheia-Plateaus ist grandios und wandelt sich ständig. Ab Årdal beginnt der Anstieg auf der immer schmaler werdenden Straße durch Kiefernwälder. Wir kommen am Wasserfall Ullestadåna vorbei. Schon bald sind wir auf dem offenen Plateau der Lyngsheia. Einsame Moore mit Seen durchzogen, auf denen die Schafe weiden. Nach dem höchsten Punkt auf ca. 600 m Höhe beginnt die Landschaft steil abzufallen und schon bald erreichen wir den Kai von Songesand am Lysefjord. Den Nachmittag verbringen wir mit der Planung der Fährfahrten. Für morgen nach Flørli. Am Donnerstag wollten wir eigentlich mit der Fähre nach Lysebotn, doch da verkehrt die Linie von Kolumbus nicht. Die mögliche Touristenfähre ist fast fünfmal so teuer, wir verschieben es auf ein anderes Mal.
Songesand | ⛅️
08. Juli 26
- Wanderung Flørlitreppe
Um 7.55 Uhr setzen wir mit der Fähre über nach Fløri. Die Fløritreppe ist 1479 m lang, hat 4444 Stufen und ist eine der längsten Holztreppen der Welt. Das Kraftwerk in Fløri sollte Strom für eine Elektroschmelzanlage liefern, die jedoch nie gebaut wurde. Entlang der Rohrleitungen, die den Hang hinauf führen, wurde eine Seilbahn und eine Holztreppe errichtet. Die Wasserkraftnutzung förderte auch die Besiedelung, obwohl es in Fløri keine Straße gibt. Direkt am Fährhafen beginnt der Aufstieg über die Treppe hinauf in den „Himmel“, auf der wir 740 m immer entlang der Rohre überwinden. Nach ca. 1,5 h oben angekommen erreichen wir den See Ternevatnet. Hier genießen wir nach der Anstrengung den herrlichen Blick auf den Lysefjord und das Preikestol-Massiv. Ein großer Steinhaufen markiert den Weg auf dem über 100 Jahre alten Rallarstien-Pfad. Wir gehen jedoch weiter auf der alten Baustraße bis zum Staudamm im Stora Flørvatnet und danach den rot markierten Wanderweg zurück nach Flørli. Von Flørlistølen aus folgt der Weg dem alten Feldweg. Von dem wir kurz unterhalb des Stora Flørlivatn bei Åkroken (700 m ü. d. M.) von der Schotterstraße abbiegen. Wir gehen über offenes Gelände zwischen Heide- und Blaubeersträuchern, überqueren einen Bachlauf mehrere Male über Steine bevor der Weg etwas sumpfig wird. Danach stoßen wir auf den Abzweig, von dem wir über den Rallarstien gekommen wären. Über eine Hängebrücke gehen wir den Flørliåa und folgen dem markierten Weg zurück zum kleinen Dorf Flørli. Hier müssen wir 2,5 h warten, da die Fähren nicht so regelmäßig fahren und sind froh, kurz vor 16 Uhr wieder im Wohnmobil zu sein. Eine tolle Tour!
Wanderung am 2026-07-08 Flørlitreppe 🚶♂️
Von Songesand nach Lysebotn | ☀️
09. Juli 26
- Songesand
- Fähre vom Songesand nach Lysebotn
- Lysebotn
Wir haben noch Kaiserwetter und so beschließen wir, heute doch die Fähre um 10.55 Uhr nach Lyseboten zu nehmen. Nach ca. 1 h kommen wir in dem kleinen Ort an. Wir fahren zuerst durch einen 1.100 Meter langen Tunnel, bevor sich der Lysevegen in 27 Haarnadelkurven auf 600 Meter Höhe hochschraubt. Leider kann man nirgendwo anhalten. Die Aussichtsplattform Øygardsstølen (Adlernest) lassen wir links liegen und fahren noch etwas weiter bis zu einem kleinen Parkplatz. Von hier aus probieren wir den Weg zur Aussichtsplattform für morgen gleich mal aus. Es sind 240 Höhenmetern auf 2,6 km bis hinunter. Vom Øygardsstølen haben wir einen schönen Blick auf den Lysefjord und die Straße mit ihren vielen Kurven nach Lysebotn.
Lysebotn | ☀️
10. Juli 26
- Wanderung zum Kjerag, Kjeragbolten und Nesatindane
Am Morgen gehen wir hinunter zur Aussichtsplattform Øygardstøl, wo der Wanderweg zum Kjerag beginnt. Wir folgen dem mit einem roten T markierten Weg und müssen gleich einen steilen Anstieg über den ersten Bergkamm bewältigen. Danach geht es wieder bergab nach Litle Storedal, wo der nächste Anstieg beginnt. Die Landschaft ist abwechslungsreich und karg mit vielen Felsen, steilen Klippen und von Sherpas angelegten Treppen. An den steilsten Stellen gibt es mehrere Ketten. Von der Mündung des Storedalen folgen wir einem steilen Grat hinauf auf das Kjerag-Massiv auf 1000 m ü. d. M. Letzte Schneereste klemmen in geschützten Ecken. Wir folgen den Wegweisern zuerst zum Kjeragbolten. einem Naturwunder, das vor über 10.000 Jahren entstanden ist. Der zwischen hoch aufragenden Klippen eingeklemmte Kjerag-Felsblock bietet atemberaubende Ausblicke auf den darunterliegenden Fjord. Danach gehen wir ein Stück zurück zum Plateau, auf dem ein Steinhaufen mit Wegweisern aufgestellt ist, damit die Wanderer den Weg finden. Wir haben den höchsten Punkt der Wanderung am Nesatindane erreicht und werden mit einem tollen Panoramablick über den Lysefjord belohnt. Der Rückweg erfolgt auf demselben Weg. Wieder am Øygardstøl haben wir 760 Höhenmeter auf 11 km überwunden. Unterwegs sind wir mit einem jungen Paar aus Bremen ins Gespräch gekommen, das uns zu unserem Parkplatz mitnimmt. Nach dieser tollen Wanderung springe ich noch in den kleinen See an unserem Parkplatz.
Wanderung am 2026-07-10 zum Kjerag 🚶♂️
Von Lysebotn nach Haukeliseter | 🌥
11. Juli 26
- Lysebotn
- Haukeliseter
Am Morgen ziehen Nebelschwaden durch die Täler. Wir fahren weiter auf dem Lysevegen entlang zahlreicher Bergseen bis zum höchsten Punkt am Andersvatn See, auf 950 Meter über dem Meeresspiegel. Heute sind viele Autos und Wohnwagen unterwegs und dazu kommen auch noch die ganz harten Radfahrer. Wir erreichen die Rv 975, den Sirsdalsveien und biegen kurz vor Sirsdal auf den Suleskarvegen Rv 450 ab. Diesen fahren wir über das Skizentrum Bokke und weiter auf der Rv 9 bis Valle, wo wir wieder entsorgen und einkaufen können. Ein Stück in nördliche Richtung nehmen wir nochmals die Gelegenheit einer heißen Dusche war. Heute wollen wir noch ein Stück in Richtung Norden auf der Rv 9 bis Haukeli fahren, wo wir wieder die Rv 134, den Myllargutvegen erreichen. Nach ein paar Kilometern wird die Landschaft wieder spektakulär mit einer noch teilweise von Schnee bedeckten Bergwelt. In Haukelisetter biegen wir auf einen Schotterweg ab und suchen uns einen kleinen Parkplatz am Rand von einem See mit Blick auf die Berge.
Von Haukeliseter nach Skare | 🌤
12. Juli 26
- Haukeliseter
- Wanderung auf den Kista
- Røldal Stabkirche
- Skare
Eine Bilderbuchlandschaft begrüßt uns am morgen. Heute wollen wir auf den meistbesuchten Gipfel vom Haukeliseter, den 1302 m hohen Kisteenden. Wir gehen vom Parkplatz entlang des Ståvatn auf der Schotterstraße bis zum Staudamm und weiter nach Ståvassdammen. Hier folgen wir dem Wanderschild in Richtung Kista, überqueren die Sommerbrücke und folgen dem Pfad in südlicher Richtung entlang des Kistetjønn bis zum Fuße des Kista. Immer wieder müssen wir anhalten, um Fotos zu schießen. Links von uns rauschen mehrere Wasserfälle herab. War es bisher ein leichtes Terrain, so beginnt hier der Aufstieg ins Kistedalen. Die letzten Kilometer zum Gipfel geht es steil bergauf zum Teil über große Felsen. Der Steinhaufen, der den Gipfel markiert kommt nach ca. 1,45 h in Sicht. Das Gipfelbuch ist leider nicht in dem kleinen Kästchen doch wozu das Thermometer? Vom Gipfel gehen wir wieder ein Stück hinab und überqueren ein übrig gebliebenes Schneefeld. Der Abstieg verläuft auf leichtem Terrain, ist jedoch länger und wir queren teilweise mooriges Gelände entlang des Sees, bis wir die Haukeliseter Fjellstue am gegenüberliegenden Ufer sehen. Nun ist es nicht mehr weit bis zu unserem Ausgangspunkt.
Im Anschluss fahren wir weiter auf der Rv 134, dem Haukelivegen, durch das Haukelifjell, eine Gebirgsregion in den norwegischen Provinzen Telemark und Vestland südlich des Nationalparks Hardangervidda. Der Haukelivegen überquert das Haukelifjell von West nach Ost – zwischen Røldal und Haukeli. Ursprünglich verlief die Straße über einen Pass bis auf 1.148 m Höhe. Heute führt sie durch drei große Tunnel: den Haukelitunnel (5.682 m lang), den Svandalsflonatunnel (1.053 m lang) und den Vågslidtunnel (1.647 m). Im letzten dieser Tunnel schraubt sich die Straße spiralförmig nach oben. Hinter dem Tunnel verändert sich die Landschaft dramatisch in ein saftiges Grün. Wir erreichen Røldal, wo wir uns die Stabkirche ansehen. Danach suchen wir uns einen Parkplatz für die Nacht an der Rv 134.
Wanderung am 2026-07-12 zum Kista 🚶♂️
Von Skare nach Ersland | 🌤
13. Juli 26
- Skare
- Wanderung Langfossen am Åkrafjord
- Fähre von Skånevik nach Utåker
- Ersland
Wir stehen heute etwas früher auf und fahren zuerst zum Entsorgen. Dann weiter auf der E134 bis zum Parkplatz Langfossen. Da wir zeitig da sind, bekommen wir auch noch einen Parkplatz auf dem Rastplatz. Der mit 612 m Fallhöhe einer der höchsten Wasserfälle und donnert hinunter in den Åkrafjord. Hier, 15 m über dem Meeresspiegel beginnt die Wanderung, die dem alten Almweg vom Bauernhof Eljarvik nach Langfosstølen durch den Wald folgt. Heute ist der Weg bis zum Aussichtspunkt über eine Sherpa Treppe und kurzen Stücken auf Waldwegen gut erreichbar. Etwas unterhalb des Aussichtspunktes biegen wir auf einen steilen Pfad ab. Es geht über Wurzeln und Geröll immer weiter hinauf. Zwischendurch öffnen sich Ausblicke auf den Åkrafjord und die Berglandschaft. Je mehr wir an Höhe gewinnen, desto steiler wird der Weg. Unterwegs treffen wir auf Sherpas, die den Weg weiter ausbauen. Bei 640 m über dem Meeresspiegel erreichen wir Varahaugen und genießen den Panoramablick über den Fjord bis hinüber zum Folgefonna Gletscher. Der Wanderweg verläuft noch bis Vaula auf 907 Höhenmeter. Doch nach dem Aussichtspunkt ist die Markierung nicht mehr zu finden, auch das Internet versagt. Wir blicken noch hinein in das schöne Tal und beschließen, hier umzukehren. Auch der Rückweg auf demselben Pfad ist eine Herausforderung für die Knie. Wie vermutet, ist der Parkplatz gut gefüllt, als wir am Rastplatz ankommen. Für eine Mittagsrast wollen wir uns einen anderen Platz suchen, doch will dies nicht so recht klappen. Wir halten an einer Tankstelle und können hier sogar duschen. An den folgenden Parkplätzen haben wir nirgendwo Internet. So fahren wir zum Fähranleger nach Skånevik und setzen über nach Utåker. Hier suchen wir uns einen schönen Parkplatz an der Straße mit Blick auf einen See.
Wanderung am 2026-07-13 Langfossen 🚶♂️
Von Ersland nach Svelgabreen | ☀️
14. Juli 26
- Ersland
- Svelgabreen
Um 02.30 Uhr werden wir von unserer Alarmanlage geweckt. Wir schrecken hoch, aber niemand ist an unserem Wohnmobil. Das Handy sagt Alarm durch Störsender. So hat uns wohl das derzeitige Weltgeschehen eingeholt. Wir schlafen ruhig wieder ein. Nach dem Frühstück entsorgen wir noch in Husnes und füllen unsere Vorräte auf. Dann setzten wir die Fahrt in Richtung Rosendal fort. Wir wollen heute hinauf zum Svelgabreen. In Dimmelsvik direkt am Nordufer des Hardangerfjords führt eine schmale Straße durchs Omvikdalen hinauf ins traumhaft gelegene Blådalen umgeben von üppigem Grün. Die Straße wurde ursprünglich für den Bau mehrerer Wasserkraftwerke errichtet. Mächtige Felswände, vereinzelte Höfe und kleine Seen flankieren die immer enger und spektakulärer werdende Straße. Ein Schild mit einer Höhenbegrenzung von 2 m jagt uns einen Schreck ein. Wir fragen einen Bauarbeiter, der meint, es wäre nicht aktuell. Wir durchqueren zwei Tunnel, fahren über einige Staudämme, steile Passagen und enge Kurven. Der Adrenalinspiegel steigt, kaum dass wir die eindrucksvollen Ausblicke auf das Fjell genießen können. Dann erreichen wir den Parkplatz unterhalb der Kraftwerksanlage Blåfalli IV. Es gibt ausreichend Parkplätze. Nun besteht die Möglichkeit, über eine 20-prozentige Steigung über mehrere Serpentinen den sehr kleinen Parkplatz direkt am Staudamm des Insta Mosevatnet zu erreichen. Sollen wir es wagen? Ein PKW kommt uns entgegen, also ist ein Platz frei. Die Fahrt erhöht den Blutdruck, doch wir haben Glück. So können wir uns für den Einstieg zu unserer morgigen Wanderung 200 Höhenmeter sparen. Oben angekommen, können wir es kaum fassen. Der Gletscher liegt vor uns, jedoch ist es hier auch merklich kühler. Der Gletscher Folgefonna ist einer der größten Festlandsgletscher Europas. Als mächtige Gletscherzunge schiebt sich der Svelgabreen ins Tal.
Svelgabreen nach Rosendal | ☀️
15. Juli 26
- Svelgabreen
- Wanderung zum Svelgabreen Gletscher
- Rosendal
Hier, im Süden des Nationalparks Folgefonna, beginnt eine der eindrucksvollsten Gletscherwanderungen der Region durch eine vom Eis und Wasser geformte Landschaft, die wir heute bewältigen wollen. Ein hölzerner Wegweiser markiert den gut erkennbaren Pfad, der sich auf Höhe des Sees Insta Mosvatnet entlang schlängelt. Wir kommen zu einer weiteren Staumauer und einem Rückstaubecken, bevor wir durch ein grünes Hochtal gehen. Hier nehmen wir den Abstieg ins Tal des Gletscherabflussses. Nun ist Trittsicherheit über steinige, zum Teil technisch anspruchsvolle Abschnitte erforderlich. Unter uns sehen wir bereits den gewaltigen Gletscherfluss. Einige Stellen sind mit Stahlketten gesichert, die wir gern zu Hilfe nehmen. Das stetige Auf und Ab zehrt an den Kräften, doch endlich erhaschen wir den ersten Blick auf den Gletscher – was für ein Panorama. Noch sind wir nicht am Ziel. Es folgt eine ausgesetzte Passage und wir erreichen eine Hängebrücke, die den tosenden Gletscherabfluss überspannt, der sich mit unbändiger Kraft durch eine Klamm presst. Nachdem wir die schaukelnde Brücke überquert haben, gehen wir durch eine felsige Rinne nochmals einige Höhenmeter hinauf und erreichen einen kleinen Bergsee, den wir passieren. Zwei weitere Moränen müssen wir noch überwinden, dann liegt die Eiswand von Svelgabreen vor uns. Nach den Fotos gehen wir auf demselben Weg zum Ausgangspunkt zurück. Die Wanderung war lang und fordernd, doch die eindrucksvolle Gletscherlandschaft sowie die Nähe zum ewigen Eis war alle Anstrengung wert. Als wir am Parkplatz ankommen, haben wir Glück, dass mich ein Ehepaar mit hinunter zum unteren Parkplatz am Kraftwerk nimmt. Hier will ich die aufwärts fahrenden Autos bitten, anzuhalten, bis Achim die schmale und steile Straße heruntergefahren ist. Doch es will gerade keiner nach oben. Wir verlassen diese majestätische Bergwelt und fahren weiter bis Rosendal, wo wir direkt am Rathaus und am Fluss parken.
Wanderung am 2026-07-15 zum Svelgabreen 🚶♂️


















































































































