WomoReise 25/12

Portugal 16.02. – 22.02.26

Von Abrantes nach Sertã | ☁️

16. Februar 26

  • Abrantes
  • Sardoal – Stadtbesichtigung
  • Sertã

Da die N2 am Tejo gesperrt ist, müssen wir durch die engen Gassen der Altstadt von Abrantes. Da steigt der Adrenalinspiegel gleich am Morgen. In nur ca. 10 km Entfernung liegt das Dorf Sardoal, eines jener Dörfer, die wie in der Zeit stehen geblieben scheinen. Wir gehen durch die malerischen Kopfsteinpflastergassen zur Praça da República mit dem Pelourinho und der Capela do Espírito Santo, die ein schönes Fliesenbild ziert. Die Igreja Matriz ist eingerüstet und so gehen wir zur nächsten Kirche, der Igreja da Misericórdia. Durch das Labyrinth mittelalterlicher Gassen im historischen Zentrum kommen wir zum Cadeia Velha, das alte Gefängnis. Eine steile Gasse führt hinunter zum bekanntesten Brunnen, der Fonte das Três Bicas. Dann gehen wir wieder hinauf und hinunter zur Capela de S. Sebastião. Das ständige auf und ab gleicht heute einem Kreislauftraining. Vorbei am Alten Brunnen und der Korkeiche Dona Maria, zwei Wahrzeichen des kulturellen Erbes gehen wir wieder hinauf zum Zentrum und Richtung Stellplatz, hinter dem sich hoch oben die Igreja de Santa Maria da Caridade mit der Capela do Senhor Dos Remédios befindet. Beides ist geschlossen, doch wir fragen und eine nette Dame schließt uns auf und zeigt uns sogar die Sakristei. Welch nette Leute. Den eigentlich geplanten Wanderweg Trilho do Pastor können wir aufgrund des Unwetters nicht unternehmen. So wird es mit allen Wanderungen für die nächsten Tage sein. So ist auch die Straße zum Aussichtspunkt Cristo Rei in Matagosa, neben dem Christus-König-Denkmal unterbrochen. Am Stellplatz unterhalten wir uns mit unseren Nachbarn, die vom Norden her angereist sind. Sie berichten über die schweren Unwetter bei Vila de Rei. Wir beschließen deshalb den Ort nur zu durchfahren, und tatsächlich sind wir entsetzt, wie die Bäume links und rechts wir Mikadostäbchen durcheinander liegen. Die Verkehrsschilder sind einfach umgeknickt und liegen am Straßenrand. Was ist nur los mit dem Wetter. In Sertã halten wir für die Nacht. Auch hier am Stellplatz hat es drei mächtige Bäume entwurzelt. Doch zum Glück ist schon alles aufgeräumt.

Von Sertã nach Oleiros | 🌥

17. Februar 26

  • Sertã
  • Oleiros

Als Erstes besichtigen wir heute die beschauliche Stadt Sertã. Wir gehen über die Ponte Filipina, auch bekannt als Carvalha-Brücke oder Alte Brücke zur Touristeninformation und holen uns den letzten Stempel der Nationalstraße N2 auf unserer Reise. Zu den zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Stadt zählen der Pelourinho, das Castelo, welches leider geschlossen ist, und die Igreja Matriz de São Pedro, von der wir einen schönen Blick auf das Castelo haben. Im Park davor sehen wir die Schäden des letzten Sturmes. Wir steigen noch hinauf zur Capela de S. Antonio und gehen noch zum Convento de Santo António, heute ein Hotel. Am Fluss sehen wir uns noch die Alamada da Carvalha an, bevor wir zum Wohnmobil zurückgehen. Dann verlassen wir die Nationalstraße N2 und fahren durch Beira Baixa nach Oleiros, eines der vielen Dörfer, die einst zum Malteserorden gehörten. Wir spazieren an der Capela de Nossa Senhora Mãe dos Homens vorbei zur Igreja Matriz de Nossa Senhora da Conceição und gegenüber zur Igreja da Misericórdia. Dann gehen wir noch hinunter zur Ponte Grande über den Fluss Oleiros, von wo aus wir das Kunstwerk Mondtor (eine Installation der Initiative Experimenta Paisagem) sehen.

Von Oleiros nach Covilhã | 🌧

18. Februar 26

  • Oleiros
  • Santuário do Cristo-Rei
  • Miradouro do Zebro
  • Covilhã

Da war nun mal ein Nachmittag Sonne und schon haben wir diesen fiesen Nieselregen, der das Land bedeckt. Wir fahren trotzdem hinauf zum Heiligtum Christi des Königs in Alto das Sesmarias, wo eine riesige Granitstatue Christi erstrahlt, deren Sockel auf einer ungewöhnlichen, würfelförmigen Kapelle ruht. Das Tor ist geschlossen und von Aussicht kann keine Rede sein. Also fahren wir weiter zum Miradouro do Zebro, einem der bekanntesten geologischen Orte des Geoparks Naturtejo in der Serra do Muradal. Wir verlassen nur kurz das Auto, um ein Foto von der Beton-Plattform mit einem Durchmesser von 15 m und 30 m über dem Boden und 150 m über dem Tal zu machen. Hinaufzusteigen auf den Felsen lohnt nicht. Die nächste Station ist Orvalho. Hier machen wir Mittagspause und da es immer noch regnet und für morgen auch keine wesentliche Besserung angesagt ist, beschließen wir, die Planung für die nächsten zwei Tage zu streichen und weiter nach Covilhã zu fahren. Auf der Strecke durch ein großes Waldgebiet. Die gelben Blüten der Akazien sind so mit Wasser voll gesogen, dass sich die Bäume unter der Last biegen. Beim Schieferdorf Barroca sehen wir die riesigen Gebiete, die den letzten Bränden zum Opfer gefallen sind. Die Anzeige Bremsflüssigkeit niedrig erscheint bei einer steilen Abfahrt zum zweiten Mal. In Covilhã suchen wir eine Citroën-Werkstatt auf, die die Flüssigkeit auffüllt. Wenn wir wieder zu Hause sind, müssen wir die Bremsbeläge prüfen lassen.

Von Covilhã nach Belmonte | ⛅️

19. Februar 26

  • Covilhã
  • Covilhã – Stadtrundgang
  • Belmonte

Die Serra da Estrela bietet Covilhã eine atemberaubend schöne Naturkulisse, durch die die beiden Flüsse Carpinteira und Goldra fließen. Wollfabriken machten Covilhã zu einem der größten Wollindustriezentren Europas. Von der Burg sind nur die Mauern und die Portas do Sol geblieben. Vom Aussichtspunkt haben wir einen schönen Blick auf die Stadt, die Cova da Beira und die Serra da Gardunha. Covilhã ist ein Synonym für Street-Art, und so entdecken wir überall neue Motive. Doch nicht weniger beeindruckend sind die Azulejos an der Igreja de Santa Maria Major, der größten Kirche der Stadt mit einem barocken Inneren. Wir schlendern durch die ältesten Teile der Stadt mit verwinkelten Gassen und gehen zur Praça do Município oder Praça do Pelourinho, die sich im Laufe der Zeit verändert hat. Dominiert wird der Platz vom Rathaus und der Igreja da Misericórdia. Etwas weiter unten kommen wir zur Igreja de Sáo Joáo de Longe, deren Glockenturm ein Wahrzeichen ist. Entlang der Rua Comendador Campos Melo, einer traditionellen Einkaufsstraße erreichen wir die Igreja Nossa Senhora da Conceição. Sie ist geöffnet und so können wir die vergoldeten Holzschnitzereien und die bemalte Kassettendecke bewundern. Vom Jardim Público genießen wir den herrlichen Blick auf die Serra da Estrela, über das Tal des Flusses Zêzere und auf die Ponte da Ribeira da Carpinteira, einer Fußgängerbrücke über ein tiefes Tal.

Von Belmonte nach Guarda | ☀️

20. Februar 26

  • Belmonte
  • Colmeal da Torre
  • Guarda

Am Morgen gehen wir hinauf in das historische Zentrum von Belmonte, dem Geburtsort von Pedro Álvares Cabral, dem portugiesischen Seefahrer, der Brasilien entdeckte. Der Ort mit der größten jüdischen Gemeinde Portugals gehört zum Netzwerk der jüdischen Viertel Portugals. Entlang der Kopfsteinpflastergassen kommen wir zum Largo do Pelourinho mit dem historischen Rathaus. Wir gehen zur Igreja Matriz von wo wir eine schöne Aussicht auf die Serra da Estrela mit den schneebedeckten Gipfeln haben. 1466 schenkte König Afonso V. das Castelo de Belmonte Fernão Cabral I. Diese nahm verschiedene Umbauten vor, wie mehrere Panoramafenster und ein Fenster im manuelinischen Stil, das von einem Wappen bekrönt wird.
Nach unserer Besichtigung fahren wir weiter zum Colmeal da Torre. Jüngste Ausgrabungen deuten darauf hin, dass es sich um eine römische Villa aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. handelt, doch der Zweck des berühmten Turms ist weiterhin unklar.
In Guarda fahren wir den offiziellen Stellplatz an. Doch dieser ist zu weit vom Zentrum entfernt und so finden wir einen tollen Platz unterhalb des Torre de Menagem auf 1065 m Höhe mit fantastischer Aussicht, den Guarda ist die höchstgelegene Stadt Portugals. Das historische Zentrum umschließen massive Granitmauern. Durch drei erhaltene Tore betritt man den Stadtkern: die Port da Erva auch Porta do Sol, die Porta da Torre dos Ferreiros, einem Winkeltor und die Porta del Rei, durch die wir in das jüdische Viertel gelangen. Hier befindet sich die Igreja de São Vicente und an der Fassade eines Hauses aus dem 16. Jahrhundert entdecken wir das Manuelinische Fenster. Hauptattraktion ist jedoch die mächtige Sé Catedrale. Die achteckigen Türme verleihen ihr das Aussehen einer Festungskirche. Im Inneren sticht der prächtige Renaissance-Altar im Chorraum hervor. Wir steigen die enge Wendeltreppe hinauf auf das Dach der Cathedrale und sind einfach begeistert über die Aussicht. So nehmen wir auch den Aufzug auf den benachbarten Torre dos Ferreiros. An der Praça Luís de Camões fällt die Architektur der Gebäude rund um den Platz, die als Balcões da Guarda (Wachbalkone) bekannt sind, auf. Das Alte Rathaus schmückt eine dreibogige Galerie, die fünf Häuser aus dem 16. Jahrhundert haben Säulenvorhallen und das Solar dos Póvoas Balkone aus bearbeitetem Granit und Schmiedeeisen. Etwas außerhalb steht die Igreja de Misericórdia mit dem Pelourinho. Auf dem Weg zum Wohnmobil gehen wir noch zum Torre de Menagem hinauf.

Guarda | ☀️

21. Februar 26

  • Guarda
  • Wanderung – Passadiços do Mondego
  • Guarda

Am Morgen gehen wir noch einkaufen. Gegenüber befindet sich das Santurio de Nossa Senhora do Mileu. Es liegt am Jakobswegs und ist das älteste romanische Gotteshaus in Guarda. Die Sonne lacht und die Eintrittskarten für die Passadiços do Mondego haben wir uns bereits gestern im Touristenbüro gekauft.
Wir fahren bis zur Staumauer mit dem spiegelglatten Wasser des Caldeirão-Stausees, wo sich auf zwölf Kilometern die Wanderwege und Waldwege entlang des wilden Mondego-Flusses befinden. Zwischen steilen Klippen schlängeln sich die Treppen und Wege mit atemberaubenden Ausblicken des Estrela-Geoparks. Darunter der imposante Aussichtspunkt Miradouro do Mocho Real, die Metasedimente von Videmonte sowie Cascalheiras und Meandro do Alto Mondego. Wir wandern entlang einer Levada und einer alten Römerstraße, bestaunen die Ruinen alter Wassermühlen und Wollfabriken, durchqueren Eichen- und Kastanienwälder, überqueren drei malerische Hängebrücken und eine historische mittelalterliche Brücke und sehen unzählige Wehre, Lagunen und Wasserfälle, darunter den prächtigen Wasserfall Cascata do Caldeirão. Die Route verläuft etwa 5 km auf ländlichen Wegen, die sich mit den 7 km Holzstegen abwechseln. Als wir nach ca. 7 km eine Rast machen, treffen wir auf ein spanisches Ehepaar, das in die Gegenrichtung wandert. Bei der Unterhaltung schlagen sie uns vor, dass wir mit ihrem Auto zurückfahren. Sie drücken uns Ihren gesamten Schlüsselbund in die Hand, und gesagt, getan, treffen wir uns an der Staumauer wieder.

Wanderung am 2026-02-21 Passadiços do Mondego 🚶‍♂️

Von Guarda nach Almeida | 🌤

22. Februar 26

  • Guarda
  • Castelo Mendo
  • Almeida

Das verheerende Erdbeben von 1755 hat zwar die acht Türme, die die Zitadelle und das ummauerte Dorf schützten, zum Einsturz gebracht, doch der Charme des Dorfes Castelo Mendo blieb erhalten. Der Torbogen der Porta da Vila wird zurzeit renoviert, so schlendern wir entlang der wunderschönen Hauptstraße Rua Direita, bis zu Largo do Pelourinho und der Igreja de São Pedro. Wir kommen zu Gebäude, in dem einst das Gefängnis, das Gerichtsgebäude und das Rathaus untergebracht waren und in dem sich heute die Touristeninformation befindet. Dann gehen wir den mittelalterlichen Kopfsteinpflasterweg hinauf zum höchsten Punkt zu den Ruinen der Igreja Santa Maria do Castelo und den alten Burgtoren. Wir suchen noch den Stein „Mendo” und die “Menda”.
Wir verlassen den Ort und wollen eigentlich Richtung Spanien. Doch sehen wir unterwegs einen Hinweis auf den Ort Almeida. Kurz entschlossen, fahren wir die wenigen Kilometer zur wichtigsten Festungsstadt Portugals. Schauplatz von Kämpfen zwischen Kastiliern und Portugiesen, war die Ortschaft durch die vielen Schlachten so stark zerstört, dass der König das Zentrum an den heutigen Platz verlegen ließ und hier eine neue Burg erbaute. Seitdem zählt Almeida zu den wichtigsten Festungen des Riba-Côa-Gebietes. Mit sechs Bollwerken ausgestattet ist sie 2500 Meter lang, in Sternform mit 12 Spitzen und umschließt die gesamte Ortschaft. Ein 12 Meter tiefer und 62 Meter breiten Graben umgibt die Festung zusätzlich. Erst Napoleons Truppen schafften es, in die einst uneinnehmbare Festung einzudringen. Nachdem wir durch den Ort mit der Igreja da Misericórdia und der Igreja Matriz geschlendert sind, nehmen wir noch den Weg um die Festung herum, um die Ausmaße voll erfassen zu können.